Hormonelle Wimpernseren – geht von ihnen eine Gefahr aus?

Gefahr bei hormonellen Wimpernseren

Der Großteil der wirksamen Wimpernseren arbeitet mit hormonellen Stoffen, welche das Wachstum direkt am Haarfollikel anregen und damit eine wissenschaftlich bewiesene Wirkung versprechen. In unserem Test zu den acht besten Wimpernseren auf dem Markt wurde das ebenso deutlich, denn die hormonbasierten Seren nehmen hier konsequent Spitzenpositionen ein.

Viele Frauen schrecken aber erst einmal vor solchen Seren zurück, wenn sie mit Begriffen wie "Hormon", "hormonell" oder "hormonbasiert" konfrontiert werden - zumal die wirksamsten Produkte diese Hormone nicht aus der Natur gewinnen, sondern sie synthetisch im Labor herstellen. Geht von diesen eine Gefahr aus und was sagen Mediziner dazu? Wir wollen uns diesem Umstand in diesem Artikel widmen.

Chemische Zusammenfassung zu Prostaglandin

  • zählt zu den Eicosanoiden und wirkt als Gewebshormon
  • primär wird Prostaglandin aus der Arachidonsäure genutzt
  • sie zeigt Wirkung bei der Gerinnung, Entzündungen und bei Schmerzen
  • es existieren mehrere Prostaglandin-Gruppen mit jeweils vielen verschiedenen Unterformen

Entdeckt wurde Prostaglandin im Jahr 1935 vom Physiologen Ulf von Euler (Schwede). Weiter erforscht wurde die Synthese von den Wissenschaftlern Samuellson, Bergström und Vane, welche dafür im Jahr 1982 den Nobelpreis erhielten.

Unter anderem werden Prostaglandin-Stoffe zur Behandlung folgender Symptome, Erkrankungen und medizinischer Umstände genutzt:

  • zum Einleiten der Wehen
  • bei erektiler Dysfunktion
  • zur Verbesserung der Durchblutung
  • bei einem verhaltenen Abort
  • zum Schutz der Magenschleimhaut

Prostaglandin - was macht das bekannte Gewebshormon?

Prostaglandin heißt das "Wundermittel", welches über diverse Derivate in hormonellen Wimpernseren zum Einsatz kommt. Seine Entstehung geht auf die Forschung zum Glaukom zurück, die Anwendung in der Kosmetikindustrie ist hingegen einem Zufall zu verdanken. So wurden von Wissenschaftlern damals Bimatroprost-Derivate genutzt, um Patienten mit einem grünen Star zu behandeln. Erfolge brachte das Hormon, jedoch konnte noch ein weiterer Nebeneffekt festgestellt werden: Die Probanden hatten plötzlich schöne, lange und dichte Wimpern bekommen.

Genau genommen handelt es sich bei hierbei um eine Gruppe von Gewebshormonen, wobei sie praktisch dennoch als "hormonelle Stoffe" deklariert werden. Gewebshormone werden von den meisten Organen gebildet und haben eine Signalfunktion, leiten also externe Signale an die inneren Zellen weiter. Konkrete Hormone zeigen sich verantwortlich für den Transport zwischen einzelnen Zellen und haben damit mehr Einfluss auf den Organismus als Prostaglandin.

Prostaglandin beziehungsweise Gewebshormone finden sich auf natürliche Art und Weise im Körper, da sie beispielsweise aus ungesättigten Fettsäuren produziert werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist damit ebenso förderlich und kann eine ausreichend hohe Zahl von Gewebshormonen im Organismus gewährleisten.

Bei den Wimpernseren und den da genutzten Derivaten werden Prostaglandin Stoffe nachgeahmt. Eine Besonderheit ist der Umstand, dass diese nicht erst vom Körper umgewandelt werden müssen, sondern direkt anfangen zu wirken, nachdem sie der Körper beziehungsweise die Haut aufgenommen haben.

Effekte von Prostaglandin mit Hinblick auf die Wimpern

Natürlich werden solche hormonellen Stoffe nicht grundlos verwendet. Ihnen liegt eine klare Aufgabe zu Grunde, die diese im Körper erfüllen. Mit Hinblick auf die Wimpern sind das:

  • Anregungen der Haarfollikel
  • Ausdehnen der Wachstumsphase einzelner Wimpernhaare
  • Fixierung von Wimpern, auch um deren Lebenszeit nach Beginn des Verfalls zu verlängern
  • zusätzliche Pigmentierung (Wimpern erhalten eine dunklere Nuance)

Behandlung als Kosmetika oder Arzneimittel

Wimpernserum apothekenpflichtiges Arzneimittel oder Kosmetika

In Deutschland (und anderen Ländern ebenso) ist die rechtliche Behandlung von Prostaglandin und seinen Derivaten nicht eindeutig geklärt - zumindest wenn es darum geht, in welche Kategorie diese nun fallen sollen. Zum aktuellen Zeitpunkt sind sie frei verkäuflich, können also beispielsweise bei Online Shops wie Amazon oder in Drogerien erworben werden und unterstehen keiner Apothekenpflicht.

Viele Mediziner machen sich aber regelmäßig dafür stark, dass die hormonellen Wimpernseren als Arzneimittel deklariert werden, was unter anderem dazu führen würde, dass Hersteller klinische Studien dafür aufbringen müssten. In diesem Zusammenhang werden immer wieder auch mögliche Nebenwirkungen durch die eigenständige Behandlung mit solchen hormonellen Stoffen genannt.

Weil die hormonellen Wimpernseren zum aktuellen Zeitpunkt dem Gesetzgeber nach aber als Kosmetika behandelt werden, müssen Hersteller für ihre Zusammensetzung keine Wechselwirkungen erforschen - ebenso ist keine vorherige Zulassung notwendig, wie das natürlich bei Medikamenten und Arzneimitteln der Fall ist. Somit können tendenziell auch unseriöse Hersteller in den Markt vordringen und da Wimpernseren verkaufen, die mit einer fahrlässig hohen Dosis an Hormonstoffen arbeiten oder anderweitig Wechselwirkungen auslösen könnten, für die der Hersteller selbst keine Tests oder Ergebnisse vorzuweisen hat.

Auch wenn konkrete klinische Studien in einem pharmazeutischen Umfeld fehlen, lassen seriöse Hersteller ihre Wimpernseren immer dermatologisch auf die Verträglichkeit testen. Das sind zwar keine eindeutigen Studien, zumal sie nur mit einer begrenzten Anzahl von Probanden durchgeführt werden, zumindest erlangen Sie somit aber ein höheres Maß an Sicherheit als bei gänzlich ungetesteten Präparaten.

Der kontinuierliche Streit darum, wie solche hormonellen Stoffe nun zu behandeln sind, wird bis einem Machtwort des Gesetzgebers weiter existieren - zumal die Wissenschaft von Langzeitstudien weit entfernt ist. Dennoch ist erst einmal davon auszugehen, dass Nebenwirkungen nicht zu erwarten sind, anderenfalls würden pauschale Verbote für die Produkte ausgesprochen werden.

Vorsicht sollten einige Risikogruppen walten lassen, beispielsweise schwangere Frauen oder solche die noch stillen. Sie sollten unbedingt von der Verwendung jeglicher kosmetischer, hormonbasierter Stoffe zum Wohle ihres Kindes absehen. Selbiges gilt für Menschen mit einem gestörten Immunsystem, Stoff- und Hormonwechsel oder wenn bereits hormonelle Medikamente dauerhaft eingenommen werden müssen.

Eine Alternative zu den hormonellen Präparaten sind solche, die organische hormonähnliche Stoffe (zum Beispiel Black Sea Rod Oil) nutzen. Aufgrund der Ähnlichkeit zu den synthetischen Derivaten haben aber auch diese in den Händen der eben erwähnten kritischen Gruppen nichts verloren.

Für diese bleibt nur der Einsatz eines vollständig natürlichen Serums, welches ausschließlich mit Extrakten aus Pflanzen und Früchten arbeitet - gerade diese sind es aber, wo die Resultate dann meist zu wünschen übrig lassen. Letztlich bleibt die Entscheidung für oder gegen ein hormonelles Serum jedem selbst überlassen - bei auftretenden Nebenwirkungen sollte das Serum aber in jedem Fall sofort abgesetzt werden!

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